Der Werkstoff 7CrMoVTiB10-10 (T24) wurde nach seiner Qualifizierung als Rohrwerkstoff eingesetzt. In mehreren neu errichteten kohlegefeuerten Dampferzeugern kam es ab dem Jahr 2010 zu massiven Schäden der Rohrrundschweißnähte in Membranrohrwänden während der Inbetriebnahme. Während des folgenden Betriebs wurden an verschiedenen Anlagen vermehrte Schäden an Rohr-Steg-Verschweißungen festgestellt.
Neben projektspezifischen Einflussgrößen wie Konstruktion oder die Einhaltung der Qualitätsanforderung bei der Herstellung der Membranrohrwände in der Fertigung, bei der Montage und bei Reparaturen haben insbesondere die werkstoff-, schweiß- und prüftechnischen Verarbeitungsvorgaben einen hohen Einfluss auf das Auftreten der beschriebenen Schäden. Der Vorgabe und Überwachung der geeigneten technischen Verarbeitungsanweisungen wird ein hoher Stellenwert zu Erreichung einer zufriedenstellenden Produktqualität zugemessen.
Dieses Positionspapier beschreibt die Erfahrungen der Betreiber im Zusammenhang mit der Verarbeitung und Reparaturen von Komponenten aus dem Werkstoff 7CrMoVTiB10-10 in Form von z. B. Rohren, Stegmaterial, Füllstücke, u.a. aus Stegmaterial und Gesenkschmiedeteilen mit angearbeiteten Enden für Rohranschlüsse.
Der Werkstoff ist standardisiert z. B. in DIN EN 10216-2 und ASTM A213/ ASME SA-213. Werkstoffanforderungen an die Halbzeuge enthält die VGB-Richtlinie VGBE-S-109. Weitere Herstell-, Verwendungs- und Prüfhinweise zu diesem Werkstoff fin-den sich u. a. im VGB-Standard VGBE-S-013, siehe Kapitel 6.


