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Review der vgbe-Fachtagung DIHKW 2026

Technologie, Transformation, Zukunft: Unter dem Leitsatz „Energieversorgung Deutschlands – im Wandel zur CO2-armen Erzeugung“ fand am 22. und 23. April die vgbe-Fachkonferenz unter Beteiligung zahlreicher Teilnehmer aus der Branche sowie namhafter Aussteller in Potsdam statt.
Am Ufer des Templiner Sees, auf dem traditionsreichen Areal des Luftschiffhafens, erhebt sich das Kongresshotel Potsdam – ein Ort, an dem Geschichte, Gegenwart und Zukunft auf besondere Weise ineinandergreifen. Wo einst Zeppeline in den Himmel aufstiegen und den Pioniergeist der frühen Luftfahrt verkörperten, trafen sich rund 170 Expertinnen und Experten, um über die Technologien der Energie- und Industrietransformation zu diskutieren. Diese symbolische Verbindung ist kaum zufällig: Die Luftschiffe von damals standen für technische Aufbrüche, mutige Visionen und den Glauben an Fortschritt – genau jene Haltung, die auch die heutige Debatte über eine CO₂-arme Energieversorgung prägt. In dieser inspirierenden Kulisse wurde das Kongresshotel Potsdam zum passenden Schauplatz für den Austausch über Innovationen, Herausforderungen und Perspektiven einer sich wandelnden Energielandschaft.

19 Vorträge geben Einblicke in verschiedenste Technologie- und Betreiberrealitäten

Nach der offiziellen Begrüßung durch Swen Kaast (vgbe energy e.V.) und Thomas Bahde (BEW Berliner Energie und Wärme GmbH) im großen Konferenzsaal führten Peter Volkmann, Hubertus Dünschede, Markus Bieder und Michael Kübel als Moderatoren und Sektionsleiter durch 19 Vorträge, verteilt auf fünf Sektionen. Im Mittelpunkt der Fachkonferenz stand die allbekannte Frage, wie Deutschlands Energieversorgung gleichzeitig sicher, bezahlbar und klimafreundlicher werden kann – ein Spannungsfeld, das sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Vorträge zog. Zwischen Wasserstofftechnologien, Systemstabilität, Zentralwarten, modernen Brennertechnologien, GuD-Anlagen, Geothermie, Großwärmepumpen, Biomasse-Heizkraftwerken und Gasmotorenkraftwerken wurde klar: Die Energiewende findet ihre Umsetzung nicht in Berlin und Brüssel, sondern mitten in Leitständen, Kraftwerkshallen und Ingenieurbüros.

vlnr: H. Dünschede, M. Bieder, M. Kübel, P. Volkmann und M. Bieder
Dazu sagte Swen Kaast: „Besonders spannend war dabei der hohe Praxisanteil vieler Beiträge. Rednerinnen und Redner lieferten echte Betriebserfahrungen, konkrete Zahlen und ungefilterte Einblicke aus ihren Anlagen – inklusive Schäden, Analysen und Lessons Learned.“ Entsprechend lebhaft wurde diskutiert: Während und nach den Vorträgen sowie in den kulinarisch reichhaltig begleiteten Pausen. Aufmerksamkeit erregten auch einige Vorträge, die bewusst über rein technische Fragen hinausgingen. So sprach Prof. Dr. Thomas Brockmeier bemerkenswert offen über die Kosten der Energiewende für deutsche Haushalte, politische Entscheidungsblockaden sowie den technologiehemmenden Effekt immer neuer Regulierungen und Verordnungen. Christoph Hauke richtete den Blick auf die Arbeitswelt der Branche selbst. Dabei ging es überraschend direkt um Generationenkonflikte zwischen Boomern und der Generation Alpha, um Jugendliche, die den Slang auch im Vorstellungsgespräch nicht ablegen, und wie man diesen Nachwuchs mit Feedback und Freiraum für sich gewinnen kann. Auch internationale Experten fanden den Weg nach Potsdam, darunter Prof. Dr. Oliver Probst von der School of Engineering and Sciences in Monterrey, Mexiko, der in seinem Vortrag die Energiesysteme Deutschlands und Mexikos miteinander verglich – und damit eine Perspektive von außen in eine oft sehr deutsche Debatte brachte.
Christoph Hauke
Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Networking zwischen Messeständen und Babelsberger Filmkulissen

Insgesamt 15 Aussteller präsentierten neue Produkte, Dienstleistungen und technische Lösungen. Hersteller und Dienstleister nutzten die Gelegenheit, neue Aufträge und Partnerschaften direkt auf der Fachkonferenz anzustoßen. Eine weitere ideale Gelegenheit zum Networking auf vgbe-Fachkonferenzen bieten die aufwendig organisierten Abendveranstaltungen, die in Potsdam eine exklusive Führung durch die heiligen Hallen des Filmparks Babelsberg beinhaltete. Auf den Spuren internationaler Filmgeschichte bestaunten die Gruppen Originalrequisiten großer Blockbuster und erhielten Einblicke in Stunt- und Studioproduktionen. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Dinner mit rund 170 Gästen, darunter auch vgbe-Geschäftsführer Dr. Oliver Then.

Die DIHKW 2026 zeigte eindrucksvoll, dass die Energiebranche derzeit weit mehr beschäftigt als reine Technikfragen. Es ging um Versorgungssicherheit und Transformation, um Innovation und Bürokratie, um Fachkräfte, Generationenwechsel und die Rolle Europas im globalen Wettbewerb. Vor allem aber wurde deutlich, wie groß der Bedarf an ehrlichem Austausch innerhalb der Branche weiterhin ist – fachlich fundiert, praxisnah und manchmal auch angenehm kontrovers. Der nächste Termin, voraussichtlich in zwei Jahren, wird rechtzeitig auf dem vgbe-Eventkalender und LinkedIn bekanntgegeben.

Alle Informationen zur Veranstaltung, den Ausstellern und den Vorträgen im Programm finden Sie hier.