19 Vorträge geben Einblicke in verschiedenste Technologie- und Betreiberrealitäten
Nach der offiziellen Begrüßung durch Swen Kaast (vgbe energy e.V.) und Thomas Bahde (BEW Berliner Energie und Wärme GmbH) im großen Konferenzsaal führten Peter Volkmann, Hubertus Dünschede, Markus Bieder und Michael Kübel als Moderatoren und Sektionsleiter durch 19 Vorträge, verteilt auf fünf Sektionen. Im Mittelpunkt der Fachkonferenz stand die allbekannte Frage, wie Deutschlands Energieversorgung gleichzeitig sicher, bezahlbar und klimafreundlicher werden kann – ein Spannungsfeld, das sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Vorträge zog. Zwischen Wasserstofftechnologien, Systemstabilität, Zentralwarten, modernen Brennertechnologien, GuD-Anlagen, Geothermie, Großwärmepumpen, Biomasse-Heizkraftwerken und Gasmotorenkraftwerken wurde klar: Die Energiewende findet ihre Umsetzung nicht in Berlin und Brüssel, sondern mitten in Leitständen, Kraftwerkshallen und Ingenieurbüros.
Dazu sagte Swen Kaast: „Besonders spannend war dabei der hohe Praxisanteil vieler Beiträge. Rednerinnen und Redner lieferten echte Betriebserfahrungen, konkrete Zahlen und ungefilterte Einblicke aus ihren Anlagen – inklusive Schäden, Analysen und Lessons Learned.“ Entsprechend lebhaft wurde diskutiert: Während und nach den Vorträgen sowie in den kulinarisch reichhaltig begleiteten Pausen. Aufmerksamkeit erregten auch einige Vorträge, die bewusst über rein technische Fragen hinausgingen. So sprach Prof. Dr. Thomas Brockmeier bemerkenswert offen über die Kosten der Energiewende für deutsche Haushalte, politische Entscheidungsblockaden sowie den technologiehemmenden Effekt immer neuer Regulierungen und Verordnungen. Christoph Hauke richtete den Blick auf die Arbeitswelt der Branche selbst. Dabei ging es überraschend direkt um Generationenkonflikte zwischen Boomern und der Generation Alpha, um Jugendliche, die den Slang auch im Vorstellungsgespräch nicht ablegen, und wie man diesen Nachwuchs mit Feedback und Freiraum für sich gewinnen kann. Auch internationale Experten fanden den Weg nach Potsdam, darunter Prof. Dr. Oliver Probst von der School of Engineering and Sciences in Monterrey, Mexiko, der in seinem Vortrag die Energiesysteme Deutschlands und Mexikos miteinander verglich – und damit eine Perspektive von außen in eine oft sehr deutsche Debatte brachte.
Networking zwischen Messeständen und Babelsberger Filmkulissen
Die DIHKW 2026 zeigte eindrucksvoll, dass die Energiebranche derzeit weit mehr beschäftigt als reine Technikfragen. Es ging um Versorgungssicherheit und Transformation, um Innovation und Bürokratie, um Fachkräfte, Generationenwechsel und die Rolle Europas im globalen Wettbewerb. Vor allem aber wurde deutlich, wie groß der Bedarf an ehrlichem Austausch innerhalb der Branche weiterhin ist – fachlich fundiert, praxisnah und manchmal auch angenehm kontrovers. Der nächste Termin, voraussichtlich in zwei Jahren, wird rechtzeitig auf dem vgbe-Eventkalender und LinkedIn bekanntgegeben.
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