„Same Procedure as last year? Same Procedure as every year.“ Kaum ein Zitat könnte besser zum Emder Workshop zur Arbeitsmedizin in der Offshore-Windenergie passen. Zum 16. Mal trafen sich am 11. und 12. September 2026 Expertinnen und Experten aus Arbeitsmedizin, Offshore-Windenergie, Rettungswesen, Behörden und betrieblicher Praxis in Emden.
Fachlicher Austausch und neue Perspektiven
Nach dem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Emden, Tim Kruithoff, bot der erste Veranstaltungstag einen breiten Blick auf die unterschiedlichen Anforderungen des Offshore-Arbeitsplatzes.
Ausgehend von technischen Einblicken in die Offshore-Windenergie wurden unter anderem Erfahrungen aus der Polar- und Meeresforschung, aktuelle Entwicklungen bei der Offshore-Rettung sowie praktische Erfahrungen aus dem Offshore-Training diskutiert. Damit kamen unterschiedliche Perspektiven zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie zeigen, dass Arbeiten auf See besondere Anforderungen an Vorbereitung, Gesundheitsschutz, Rettung und Organisation stellt.
Ein besonderes Highlight war die anschließende Exkursion in den Emder Hafen. Bei epas erhielten die Teilnehmenden unmittelbare Einblicke in die Hafeninfrastruktur, die Arbeitsabläufe und die besonderen Bedingungen im maritimen und Offshore-Umfeld. Der Wechsel vom Tagungsraum in die Praxis sorgte dabei nicht nur für anschauliche Eindrücke, sondern bot auch reichlich Gelegenheit für weitere Gespräche und fachlichen Austausch.
Eignungsuntersuchungen im Mittelpunkt des zweiten Tages
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Eignungsuntersuchungen für Tätigkeiten auf Offshore-Windenergieanlagen. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die aktuelle Leitlinie, internationale Erfahrungen und konkrete Praxisbeispiele wurden miteinander verbunden und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.
Besonders wertvoll war dabei die Kombination aus wissenschaftlicher und arbeitsmedizinischer Perspektive mit unmittelbaren Einblicken in die tatsächliche Arbeit Offshore. So wurde deutlich, dass Eignungsuntersuchungen immer auch im Kontext der konkreten Arbeitsbedingungen und Anforderungen betrachtet werden müssen.
Außerdem gab es ganz persönliche Einblicke in den Arbeitsalltag von Offshore-Arbeitern mit der Möglichkeit, die Ausrüstung selbst in die Hand zu nehmen und anzuprobieren.
Auch hier zeigte sich die besondere Stärke des Emder Workshops: Unterschiedliche Fachrichtungen und Erfahrungen kommen zusammen, diskutieren auf Augenhöhe und nehmen neue Impulse für die eigene Praxis mit.
Same Procedure – und trotzdem immer wieder neu
Zwei intensive Tage mit zahlreichen fachlichen Impulsen, persönlichen Begegnungen und praxisnahen Einblicken liegen hinter uns. Der 16. Emder Workshop hat erneut gezeigt, welchen Wert ein kontinuierlicher Austausch für die Weiterentwicklung der Arbeitsmedizin in der Offshore-Windenergie hat.
Unser herzlicher Dank gilt allen Referierenden für ihre Beiträge und den offenen Austausch. Ebenso bedanken wir uns bei Oberbürgermeister Tim Kruithoff und der Stadt Emden für die Gastfreundschaft, beim Team des Hotel am Delft für die hervorragende Betreuung sowie bei Timo Siebahn, Reinhard Hegewald und dem gesamten Team von epas für die eindrucksvolle Exkursion in den Emder Hafen.
Und damit bleibt eigentlich nur noch die Frage aus Dinner for One:
„Same Procedure as last year?“
Dieselbe Prozedur wie jedes Jahr. Und das ist auch gut so. Denn genau das bedeutet in Emden: bekannte Gesichter, gute Gespräche, ein bewährtes Format, ein vertrauter Rahmen und jedes Jahr neue fachliche Impulse, neue Einsichten und Erkenntnisse und neue Diskussionen.
Wir freuen uns bereits auf den 17. Emder Workshop zur Arbeitsmedizin in der Offshore-Windenergie am 3. und 4. September 2027.

