Offshore-Windenergie ist eine zentrale Säule der Energiewende. Doch wie entwickelt sich ihre tatsächliche Ausnutzung – und welche Herausforderungen ergeben sich für die Integration in das Energiesystem?
Die wissenschaftliche Studie „Offshore-Windenergienutzung in Deutschland: Status quo, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven“ liefert Ergebnisse zur Entwicklung der Offshore-Windenergienutzung in Deutschland anhand langjähriger realer Einspeise- und Betriebsdaten.
Die Resultate zeigen: Die Sprunghaftigkeiten der Einspeiseleistung (Intermittenzen) und Luftverwirbelungen hinter den Turbinen (Wake-Effekte) nehmen in dicht belegten Windfeldern zu. Die Einspeisedaten aus den Jahren 2015 bis 2024 weisen rückläufige Kapazitätsfaktoren auf und damit eine abnehmende Ausnutzung der Offshore-Flotte von 42 % im Jahr 2015 auf 32 % im Jahr 2025. Gleichzeitig nahm der Anteil der abgeregelten Offshore-Windstromproduktion von 0,2 % im Jahr 2015 auf fast 18 % im Jahr 2024 zu.
Die Studie verdeutlicht damit, dass der weitere Ausbau der Offshore-Windenergie nicht isoliert betrachtet werden kann. Netzinfrastruktur, Flexibilität, Speicher und gesicherte Leistung müssen mit der zunehmenden installierten Erzeugungsleistung ganzheitlich betrachtet werden.
Für die zukünftige Entwicklung der Offshore-Windenergie plädieren die Autoren Guido S. Vallana und Thomas Linnemann für eine stärker systemorientierte Betrachtung, die neben der installierten Leistung auch die tatsächlich erzielbare Jahresarbeit und die Netzintegration berücksichtigt. Die Untersuchung basiert auf den langjährigen, realen Einspeise- und Betriebsdaten der europäischen ENTSO-E-Transparenzplattform.


